Gute Vorsätze …

 

… von wegen! Das neue Jahr ist ja nun schon ein paar Tage alt und dennoch hört man immer noch große Ansprachen von guten Vorsätzen für eben selbiges. Selbstkasteiung von „ich werde weniger rauchen“, über „ich werde weniger feiern gehen“ bis hin zu „dieses Jahr werde ich mich im Fitnessstudio anmelden“ sind an der Tagesordnung. Dabei steht der Punkt Fitness ganz oben auf der Liste. Wenn ich ehrlich bin auch bei mir. Seit ca. 2011! Ich recycle meine Vorsätze nämlich. Die werden ja nicht schlecht und man findet immer einen Grund, sie wieder aufzugreifen. Allerdings kann ich bei mir nicht wirklich von Vorsätzen sprechen. Eher von Dauerschleife, denn die Vorhaben sind ja nicht neu.

Wenn man bedenkt, wie ich heute aussehe, ist es schwer zu glauben, dass man mich früher mit einem Teelicht hätte röntgen könnte und ich bei jeder kalten Brise fast schockgefrostet wurde. So dünn war ich. Darum steht Gewicht reduzieren bei mir immer oben auf der Agenda. Ja, wenn da nicht der gute, alte, mich langsam in den Wahnsinn treibende Schweinehund wäre. Statt mich diszipliniert nach der Arbeit in die Folterkammer aller sich profilierender Pumper, aufgebrezelter Barbiepüppchen und hypermoderner Influencer – mit Letzterem ist nicht die Krankheit gemeint – zu bemühen, fahre ich nach Hause und falle über kurz oder lang ins Bett. Ziehe mir die Decke bis über die Ohren und hoffe, dass ich inkognito bleibe. Das stellt sich immer als unmöglich heraus, da ich ja nun noch ein Hormonmonster zu Hause habe, das ich liebevoll „mein Kind“ nenne. Dazu kommt noch eine flauschige, extrem kuschelbedürftige, zum Teil nervige Katze, die bei halbvollem Futternapf, bereits am Hungertuch zu nagen scheint. Also muss ich doch noch etwas tun.

Wenn ich nun schon am Machen bin, könnte ich auch etwas zur körperlichen Ertüchtigung beitragen. Macht ja sonst keiner für mich. Mein Problem ist nur, dass ich zu schnell zu viel Muskelmasse aufbaue. Zumindest an den Oberschenkel. Herrlichkeit! Was nützt mir das, wenn ich Oberschenkel wie ein Brauereipferd, dafür aber immer noch eine Wampe wie eine trächtige Elefantenkuh habe? Naja, vielleicht wird dadurch ja Karl Lagerfeld auf mich aufmerksam. Hat ja bei Beth Ditto auch funktioniert. Ich lassen mich aber nicht unterkriegen. Als erstes habe ich mir vorgenommen, meine Ernährung umzustellen. Sobald ich alle Kekse, die ganzen von Silvester übrig gebliebenen Chipstüten und die Schokoladenberge von Weihnachten aufgebracht habe. Hehe! Man will ja nichts verschwenden.

Trainingspläne habe ich zu Genüge. Es fehlt, wie gesagt, nur die Zeit und die nötige Überwindungskraft, diese umzusetzen. Aber ich gebe nicht auf. Jeder hat seinen Rhythmus und geht die Dinge an, wie er gerade kann. Meine Motivation streckt mir aber gelegentlich den Mittelfinger unter der Bettdecke entgegen. Da kann es schon etwas länger brauchen. Und wie heißt es so schön in der Werbung: Snickers, wenns mal wieder länger dauert! Hmm… Snickers. Nein, ich darf das nicht essen. Kasteiung ahoi! Es ist ein Teufelskreis. Gerade wenn man wie ich, sich von Werbung gern mal beeinflussen lässt. Da kommen aus so Sachen wie Daueranpreisung von Diätmittelchen, Shakes und Nahrungsergänzungspillen in Hülle und Fülle. Das einzige, was die bewirken, ist Ebbe im Portemonnaie und Frust weil diese Präparate rein gar nichts bringen. Aber ich versuche hart zu bleiben. Denn nur die Harten kommen in den Garten und die Härteren in … Na, das sag ich jetzt lieber nicht …

Hört auf Euer Bauchgefühl. Nehmt Euch die Zeit, die Ihr braucht und lasst Euch nicht von Werbung oder gutes Zureden von Menschen mit gefährlichem Halbwissen beeinflussen. Informiert Euch beim Arzt Eures vertrauen, wenn Ihr abnehmen wollt zum Beispiel. Und was das Wichtigste ist: Setzt Euch keine utopischen Ziele. Dann habt Ihr ein besseres Gefühl dabei und es klappt auch. Bedenkt aber, dass Ernährungsumstellung nur die halbe Miete ist. Bewegung muss auch sein. Also kommt in Wallung, lasst vielleicht die Finger auch mal aus der üblichen Chipstüte und ersetzt die lieber durch selbstgemachte Süßkartoffelchips. Rezepte dazu findet man wie Sand am Meer im Internet und die Dinger schmecken auch noch. Neues Jahr – Neues (altes) Vorhaben!

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Unverhofft…

…kommt ab und zu daher!

Ich habe mit mal wieder Zeit mit dem bloggen gelassen. Ich war etwas müde und wusste nicht genau, worüber ich schreiben könnte. Mein Kopf war leergefegt. Sprichwörtlich Wüste im Oberstübchen.

Als ich dachte es stagniert alles, kam ein Angebot, wie man ihn nur selten bekommt. Aus heiterem Himmel würde mir eine Kolumne in einer kleinen regionalen Zeitung angeboten. Fast hätte ich vor Aufregung ein Herzkasper bekommen.

Ohne groß nachzudenken sagte ich zu und klatsche dabei innerlich und äußerlich wie ein wilder Seehund vor Freunde in die Hände. Ein Bild für die Götter. 🤪

Jetzt bin ich also Kolumnistin. Um es mit den Worten des Herausgeber auszudrücken: Die regionale Antwort auch Carrie Bradshaw! 😂 Ohne Witz, das waren seine Worte, nicht meine.

Ich bin gespannt auf das, was da noch so kommen mag. Wie meine viel zu enge Specki-Verstecki-Hose. Freut Euch mit mir. Ich halte Euch auf dem laufenden.

😉💋

Winterspeck wird zu…

…Frühlingsrollen!

Naja eher Michelin-Männchen. Nachdem ich dieses Jahr zum X-ten Mal meine Klamottenberge dezimiert habe, weil diese bösen Heinzelmännchen sie mal wieder enger genäht haben, habe ich mich online erkundigt, was man ohne viel Anstrengung und wenn möglich von zuhause dagegen machen kann.

Top aktuell scheint ja momentan das Planking zu sein. Planking bedeutet, dass man sein Eigengewicht nutzt, um sich, auf Hände oder Ellenbogen und Fußspitzen stützend, ganz lang zu machen und dabei die Balance zu halten. Nicht zu verwechseln mit der Modeerscheinung in manchen sozialen Medien. 😉 Mein Fitnesscoach Google spuckte mir auch ganz eindrucksvoll eine Flut an Übungen aus, die man ganz einfach in den eigenen vier Wänden machen kann, ohne dass man dabei von Mittrainierenden ausgelacht wird. So weit so gut! Bis in die Fußnägel motiviert, habe ich alles ausgedruckt, was bei drei noch einen Schatten hatte und mir einen Plan zurecht gelegt. Ich konnte loslegen.

Was ich auch tat. Tag 1 endete damit, dass sich mein Ischiasnerv stechend und piekend meldete und mich im Krebsgang ins Bett brachte. Super Anfang! Ich bin wohl älter, als ich dachte. Nach dieser Erfahrung dachte ich mir, ich setze mal ein oder zwei oder drölf Tage aus. Man weiß ja nie, wie lang die Regenerationsphase so ab vierzig ist. 😉 Meine zweite Trainingseinheit – ich weiß nicht mehr, wie viel Zeit zwischen den beiden vergangen war – lief etwas anders ab. Ich biss mich durch. Gab nicht auf und war stolz, dass ich wirklich alle Übungen und alle Wiederholungen gemacht hatte. Ich fühle mich gut, zwar erschöpft, aber gut. Frisch geduscht, krabbelte ich in mein Bett. Geschlafen habe ich wie ein Stein. Doch mit dem was danach kam, hatte ich nicht gerechnet.

Der Morgen danach! Wecker klingelt. Ich stehe auf. Zumindest versuche ich das. Eigentlich hätte man das Filmen und auf Youtube stellen können. Wäre bestimmt ein Hit geworden. Ich spürte jeden Knochen, jede Muskelfaser – auch die, die ich eigentlich als nicht vorhanden glaubte – und jede Sehne. Selbst atmen war schmerzhaft. Also schlurfe ich langsam – noch langsamer und ich wäre im Rückwärtsgang unterwegs gewesen – ins Bad und versuchte, das Ding zu waschen, was manche als Gesicht bezeichnen. DAS war schon schwierig. Und tat weh. Mit nasstriefendem Gesicht wollte ich mir ein Handtuch greifen, um mich abzutrocknen. Handtuch hochheben stellte sich als unrealisierbare Aufgabe heraus. Egal, trocknet das Ding halt an der Luft. Rubbeln ist eh nicht gut für die Haut. Mit Mühe, Not und ganz vielen Fluchtiraden habe ich es dann auch mal geschafft, in meine immer noch zu enge Klamotten zu steigen. Ein Bild für die Götter!

Jetzt fehlte nur noch eine Sache: Haare kämmen und so frisieren, dass mich die Menschheit anschauen kann, ohne zu erblinden oder sich zu übergeben. Der Plan war gut. Die Umsetzung eher nicht. Ich konnte meine Arme nicht heben. Der Blick in den Spiegel brachte mir eine ernüchternde Erkenntnis. Ich sah aus als hätten Quasimodo und Struwwelpeter ein Kind gezeugt und dieses im Schleudergang im Windkanal geboren. Herrlichkeit! Somit löste sich mein Vorhaben, die Menschen um mich herum nicht zu erschrecken, in Rauch auf. Also bin ich mit Wuschelmähne, leicht feuchtem Gesicht und im Glöcknergang raus und machte mich auf zur Arbeit. Da es draußen ziemlich frostig war, kann man sich denken, was mit meinem Gesicht passierte. Jetzt ist es auch alles egal, dachte ich mir. Kälte ist gut. Quasi ein natürliches Lifting.

Fazit: Ich bin keine zwanzig mehr! Fazit 2: Unterschätze niemals leicht aussehende Sportarten. Fazit 3: Gilt Power-im-Bett-liegen auch als Sport, wenn man in Gedankten die Hanteln jongliert? 😀

Eure Adria

Vom Service zur Wüste…

Es war einmal vor fast eineinhalb Jahren. Abgeschnitten von der virtuellen Welt, bewegte sich meine Wenigkeit im Dunkeln der Langeweile, der selbst erklärten Einsamkeit. In der Hoffnung, dass mein Anbieter mein Telefon und mein Internet im heimischen Fort wieder anschließen würde. Nach unzähligen Telefonaten, E-Mails, nach zwei Besuchen von Technikern und nach zwei verschwendeten Urlaubstagen war es dann nach drei Wochen soweit: Die Internet-Welt hatte mich wieder!

Und das Versprechen, dass es ab da alles wieder reibungslos laufen würde, hatte ich auch.

Denkste!!!

Seit letztem Mittwoch sitze ich hier nun wieder und brauche mein Handy-Datenvolumen auf, weil ich MAL WIEDER sonst keine Möglichkeit habe. Von den Anrufen bei meinen Eltern von Verwandten aus Portugal, die fragten, ob mir etwas zugestoßen sei, weil sie mich auf dem Festnetz erreichen wollten und nicht konnten, ganz zu schweigen.

Herzlichen Dank O2 für die „Fast-Herzinfarkte“, die Du denen beschert hast.

Seit diesem Tag versuche ich, diese Störung zu melden. Also klemmte ich mich hinter mein verbliebenes Kommukationsgerät und wählte den O2-Kundenservice an. Das Ganze hat nur zwei Besuche im O2-Shop, sechs Tage an Kontaktaufnahmeversuche, neun Anrufe mit einer Gesamtwarteschleifenzeit von 8 Stunden und 43 Minuten (!) gedauert, bis ich endlich jemand dran hatte, um überhaupt eine Störung melden zu können. Wer mich kennt, weiß genau, dass ich die Geduld in Person bin (zwinker)! Also locker flockig der netten Dame am Telefon erklärt, was genau mein Problem war. Ehrlich: Sie war wirklich nett! Da tat es mir ganz schnell leid, dass sie mein HB-Männchen-Tanz durchs Telefon förmlich hat sehen können. Nun gut. Die nette Dame erklärte mir alles mit einer Wahnsinnsgeduld, löste ein Ticket für die IT aus und sagte mir, ich würde ein Rückruf von ihren McNerds bekommen.

Ich wartete bis 23 Uhr. NICHTS KAM!

Statt dessen kam heute Mittag eine SMS mit der Bitte, mich mit der Störungshotline in Verbindung zu setzen, um keinen Termin für den Techniker zu machen.

Mein erster Gedanke: #$|%|%}£{*\&@€!

Nach einem erneuten HB-Männchen-Tanz und den belustigten Blicken meiner Kollegen, ergriff ich ein weiteres Mal das Telefon. Und wie sollte es anders sein: Warteschleife! Wartezeitansage war maximal fünf Minuten. Es erfolgte ein innerlicher Freudentanz. Die Zeit verging und langsam nervte mich diese Warteschleifen-Musik extrem. Der kurze Blick auf die Uhr sagte mir, dass ich bereits zwanzig Minuten wartete. Einsatz: innerlicher Touretteanfall! Also legte ich wieder auf, da ich ja eigentlich im Büro war. Und so weit ich weiß, bezahlt man mich nicht fürs O2 anrufen müssen. Ich habe bis zu meiner Mittagspause gewartet.

Mein leckerer Salat wartete auf mich, allerdings musste er noch länger warten. Was ich noch nicht wusste, als ich wieder die Hotline anrief: O2 lebt in einer anderen Zeitzone, in der die Uhren drei Mal langsamer laufen als bei uns. Anders kann ich es mir nicht erklären, dass ich laut Ansage lediglich nur eine Minute warten sollte und am Ende nach einer halben Stunde erst eine menschliche Stimme hörte. Bisheriges Ende des Ganzen: Ich musste mir einen Tag Urlaub nehmen, damit der gute Techniker von O2 sich meinen Router angucken kann, um dann festzustellen, dass das Problem nur von einem Telekom-Techniker zu beheben ist, mit dem ich einen anderen Termin machen musst, der mich wieder einen Tag Urlaub kostet. Meinen Salat habe ich dann nicht mehr essen können. Mittagspause war vorbei und Hunger hatte ich eh nicht mehr.

O2’s neuer Werbeslogan: Jährlich kollabiert das Technikmurmeltier!

Es war einmal…

… Freunde.

Oder Menschen, die man einmal für welche gehalten hat. An und für sich ist das nichts Neues. Das kennt jeder. Man denkt, man lernt jemanden kennen und schließt eine Freundschaft, die ewig halten wird. Vergleiche wie „Arsch und Eimer“ werden genannt. Doch am Ende erkennt man alles.

Im Grunde ist man selbst Schuld. Man öffnet sich und merkt nicht, dass es im Grunde nicht wirklich auf Gegenseitigkeit beruht. War es vielleicht auch eine Zeitlang. Allerdings hat man den anderen oder zumindest die Freundschaft überschätzt.

Man wird zur Seite geschoben und in die Warteschleife gelegt. Manchmal gibt es gute Gründe dafür. Dinge, die keinen Aufschub dulden, die wichtiger sind als alles andere. Dafür hätte jeder Verständnis. Gerade ein Freund. Man fragt, wie es dem anderen geht. Sucht den Kontakt. Wird abgespeist und stellt gleichzeitig fest, dass für andere Dinge Zeit da ist. Dinge, die nicht zu den dringend wichtigen gehören, nicht zu denen gehören, die keinen Aufschub dulden. Man fragt nach. Wird nicht verstanden, Erklärungen ignoriert und man wird angeblafft.

Man zieht sich zurück. Gibt dem anderen Zeit, sein Leben zu organisieren und wieder in gewohnte Bahnen zu lenken. Man gibt dem anderen Zeit, zu sich selbst zu finden. Und man wartet. Wartet auf irgendein Lebenszeichen. Vielleicht eine Entschuldigung für die Art und Weise des Anblaffen. Aber es kommt nichts… Man wartet vergebens. Bis man feststellt, dass man nicht mehr warten braucht. Denn da wird nichts weiter passieren.

Man stellt fest, dass der Mensch, den man geglaubt hat zu kennen, gar nicht so ist, wie man dachte. Ich habe lange überlegt, ob ich dazu etwas schreibe. Und ich habe mir fast 3 Monate Zeit gelassen. Und nun kann ich es. Als Retrospektive. Als Zusammenfassung. Als Abschluss! Irgendwann muss es ein Ende geben. Aber hey… Das Leben geht weiter.

FIN

Wer bist Du…

Tochter. Schwester. Cousine. Kollegin. Mutter. Frau. Mensch. 

Jeder Mensch folgt einem Selbstfindungsweg vom Beginn seiner Geburt an. Wege, die über Berge, durch Täler, an Stränden entlang, auf Baumwipfel führen, und nicht selten genug an Sackgassen enden. Sackgassen, die ihn zwingen umzukehren. Neu zu starten. Neue Wege zu finden. Pfade, die ihn dazu bringen, sich neu zu erfinden. Auf diesen Pfaden begegnen ihm andere Menschen. Auch sie auf der Suche nach ihren eigenen Wegen. Man kreuzt sich. Tauscht sich aus. Lernt und wächst mit einander, durch einander. Einige setzen ihren Weg gemeinsam fort. Finden ihre Mitte mit dem anderen. In welcher Konstellation auch immer. Ehepartner, Familie, Kollegen oder Freunde. 

Man altert. Wird weiser oder auch nicht. Gemeinsam oder auch nicht. Als Kind war ich alles. Ich war Enkelin, Tochter, irgendwann Schwester, Vorschülerin, Grundschülerin. In zwei Ländern aufgewachsen. Dreisprachig. Direkt. Dennoch zerrissen und heimatlos. Staatenlos. In Portugal die Deutsche, und in Deutschland die Ausländerin zu sein, war nicht einfach. Nie! Orientierungslos. Ohne feste Zugehörigkeit. In einer Sackgasse. 

Als Teenager war ich viel mehr. Neue Schülerin. Sportlerin. Schauspielerin. Sängerin. Neue Freundin. Erste große Liebe. Immer noch direkt. Wieder neue Schülerin. Hineingeworfen in strukturierte, feststehenden Beziehungsbanden. Versuchend, dort meinen Platz zu finden. Mich selbst und meinen Weg aus den Augen verlierend. Stagnierend. Bis ich erkannte, dass das nicht meine Richtung sein konnte. Dass diese erneute Sackgasse nicht mein Pfad war. Und ich entdeckte meine neue Bestimmung: Selbstfindung! 

Seit dem bin ich anders. Ein neues Selbst. Ich war Auszubilden. Ehefrau. Bin alleinerziehende Mutter, schon immer gewesen. Ex-Frau. Mutig. Frech. Wild. Ruhig. Kontaktfreudig. Zurückhaltend. Musisch. Witzig. Nachdenklich. Kreativ. Nicht mehr sportlich, aber das war ok. Ich suche mir den Kreis wirklich guter Freunde genau aus und distanziere mich von denen, die nicht in den Kreis passen. Passe mich nicht mehr an. Weiterhin direkt. Ehrlicher als je zuvor. Vor allem zu mir selbst. 

Rückblickend betrachtet, bin stolz darauf, was aus mir wurde. Alles, was ich erlebt, durchlebt, für meine Zukunft erhofft, wieder verworfen und bisher erreicht habe, haben mich zu dem Menschen geformt, der ich heute bin. Diese Erfahrungen haben mich auf meinem Weg gelenkt, umgeleitet und weiter geführt. Auch wenn ich mir als unbedarfter Teenager dachte, ich könne alles werden, auch eine Stadien füllende Musikerin, was ich wollte, ist das, was ich jetzt bin, das einzige, was ich je werden wollte: Glücklich. Zufrieden. Gute Kollegin. Kümmernde Tochter. Verrückte, lockere Mutter. Angekommen!

Ja, ich bin stolz drauf, was aus mir geworden ist.